Wirtschaftsführer im Porträt Teil 2

Written by Janine Grieß. Posted in Rezensionen

Susanne Albrecht

Autor:
S. Albrecht

Junge Nachfolger – alte Festhalter

 –  Geschichten von den Herausforderungen nachwachsender Führungspersönlichkeiten und vom Loslassen –

Der 2. Teil der Reihe Wirtschaftsführer im Porträt stellt erneut auf spannende Art und Weise, mit dem Charakter acht kleiner Kurzgeschichten, interessante Führungspersönlichkeiten verschiedener Branchen vor. Mit Kim-Eva Wempe (Juwelier Wempe), Nicholas G. Hayek (Swatch), Claus Hipp (Hipp Babynahrung), Francois-Henri Pinault (PPR – heute Kering) und Heinz Gries (Griesson) werden vor allem Persönlichkeiten abgebildet, die entweder die Nachfolge im Familienunternehmen antraten oder kurz davor standen/stehen, diese an geeignete Nachfolger weiterzugeben.

Dass Führungswechsel auf familiärer Ebene große Herausforderungen mit sich bringen, zeigt bereits beispielhaft die erste Geschichte des Juwelierunternehmens Wempe. Gegenüber stehen sich der Vater Helmut als alter Chef und die Tochter Kim-Eva Wempe als dessen Nachfolgerin. Diese musste lange warten, bis der Vater nach einem hinreichenden Prozess des Lernens bereit war, den Chefposten abzugeben, was zu höchst emotionalen Spannungen zwischen Beiden führte. Die Zügel in der Hand behalten wollte auch Nicholas G. Hayek von Swatch. Bereits als sein Sohn schon Chef des Unternehmens war, zog Hayek weiterhin die Fäden und blieb insgeheim das Führungsoberhaupt.

Nicht immer sind die Kinder ambitioniert, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. So stand HeinzGries, ehemaliger Leiter des Familienunternehmens Griesson, vor der schweren Aufgabe einen geeigneten Nachfolger außerhalb der Familie zu finden, was ihm mit Andreas Land, dem heutigen Kopf des Unternehmens schließlich gelungen ist. Ralph Dommermuth wird der Frage eines geeigneten Nachfolgers möglicherweise auch eines Tages gegenüber stehen. Dem Firmengründer des Webkonzerns United Internet ist eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit – am Wochenende arbeitet er nur in Ausnahmefällen – sehr wichtig. Gleichwohl ist das Unternehmen mit Sitz in der Kleinstadt Montabaur sein Lebenswerk für das er gern arbeitet, weil es ihm Spaß macht.

Auch außerhalb der Familienunternehmen müssen Führungskräfte oft Vergleichen mit Vorgängern strotzen und eigene Führungsstile entwickeln. Vorgestellt wird Franz Fehrenbach, einstig Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch GmbH, betitelt als großer Veränderer, der nach Verlassen des elterlichen Bauernhofes sein ganzes Berufsleben bei Bosch verbracht hat und sich bis zur Führungsspitze hinaufgearbeitet hat.  Auch der heute ehemalige Vorstandsvorsitzende der EON AG, Wulf Bernotat sorgte in seinem Unternehmen für einen kulturellen Wandel, der sich auch in dem in seiner  Geschichte beschriebenen Mittagessen mit einzelnen Mitarbeitern des Unternehmens widerspiegelt.

Ob während der  Zugfahrt, beim Autofahren oder einfach nur zum Entspannen, die Audio Edition des Handelsblatts bietet über eine Stunde acht anregende Geschichten aus und über das Leben erfolgreicher Persönlichkeiten aus unserer Wirtschaft, ansprechend und sympathisch erzählt.

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