Warum die Welt immer kleiner wird – Ende der Globalisierung?

Written by Janine Grieß. Posted in Rezensionen

Alexander Weitnauer

Autor:
A. Weitnauer

Immer höher, immer weiter, immer schneller. Zur Gewinn- und Wachstumssteigerung nutzen Konzerne weltweit die Möglichkeit, Produkte in anderen Ländern durch billige Arbeitskräfte herstellen zu lassen und dann in wohlhabenden Ländern teuer zu verkaufen. Eine Folge der Globalisierung. Für immer vorbei die Zeit, als lokale Wirtschaftsbetriebe autonome Versorgung gewährleisteten und Produkte aus der Region den höchsten Stellenwert besaßen. Oder vielleicht doch nicht? Glaubt man Jeff Rubin, dem Autor des Buches „Warum die Welt immer kleiner wird: Öl und das Ende der Globalisierung“, steht dem Erzeuger von nebenan eine Renaissance bevor.

Rubins These zufolge geht mit den weltweiten Ölvorräten auch die Zahl der Möglichkeiten zur Neige, Waren über große Entfernungen billig zu befördern. Zudem zeigt der Autor anhand von eingängigen Beispielen auf, wie stark unsere jetzige Wirtschaft vom Erdöl abhängt. Tief greifende Veränderungen seien unvermeidlich. Durch steigende Energiepreise würden die Transportkosten so in die Höhe schnellen, dass eine ausgelagerte Produktion in fernen Ländern plötzlich unrentabel wäre. Auf diese Weise könnten heimische Unternehmen wieder konkurrenzfähig werden.

Einerseits macht das Buch Hoffnung, weil damit die Ausbeutung von ärmeren Ländern enden könnte, andererseits sind die Thesen an manchen Stellen auch recht gewagt. Werden sich die großen international agierenden Konzerne wirklich in eine neue Wirtschaftsordnung einfügen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass neue Technologien auch in Zukunft den billigen Transport ermöglichen und vielleicht auf andere Weise für gerechtere Verteilung von Wohlstand sorgen? Das sind Fragen, die beim Lesen aufkommen. 

Alles in allem hat Jeff Rubin mit „Wenn die Welt immer kleiner wird“ ein interessantes und wichtiges Buch verfasst. Insbesondere seine Ausführungen zur allgegenwärtigen Abhängigkeit vom Erdöl machen nachdenklich. Ob man Rubins Prognosen vollständig Glauben schenken kann oder will, muss jeder beim Lesen des Buches selbst entscheiden.

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