Projekte agil meistern, Geschäftswerte maximieren

Written by Janine Grieß. Posted in Rezensionen

Stephan Rothe

Autor:
S. Rothe

Eigentlich ist die Erkenntnis, dass eine Vorhersage von komplexen Projekten hinsichtlich Dauer und Realisierungsgrad nur geschätzt werden kann, nicht wirklich neu. Doch stellt dies zugleich eine der größten Managementerwartungen in der Unternehmenspraxis dar.

Dabei werden aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen klassische Instrumente des Projektmanagements, z.B. Projektpläne, Arbeitspakete usw, immer wieder angepasst.

          • Wieso sind diese Instrumente der Projektsteuerung trotzdem so entscheidend?
          • Warum werden Sie eingefordert, wenn Ihre Anpassung von Beginn der Erstellung an bereits zu erwarten ist?
          • Muss innerhalb von Projekten trotzdem immer so vorgegangen werden?

Ralf Wirdemann, erfahrener „ScrumMaster“, beantwortet letzteres in seinem Buch „Scrum mit User Stories“ sehr deutlich: „Scrum“ ist keine reine Projektmanagementmethode für die Softwareentwicklung, Sie ist generell anwendbar. Indem er Scrum als Methode des agilen Projektmanagement sehr detailliert beschreibt und das Vorgehen in der Praxis anschaulich und anwenderorientiert darstellt, werden die Vorteile gegenüber klassischen Ansätzen schnell deutlich und die Grenzen der Umsetzung eingerissen. Mit dem Einsatz von „User Stories“ in Scrum-Projekten – Geschichten die das Ziel eines Arbeitspaketes anschaulich beschreiben und definieren – zeigt er eine tragbare und bereits bewährte Alternative zu dem gängigen „Wasserfall-Modell“ des Projektmanagements.

Was heute neu ist, ist morgen wieder veraltet. Dieses Credo des Internetzeitalters ist jeden Tag zu erleben. Daher entwickelte sich die Methode des agilen Projektmanagements und insbesondere Scrum maßgeblich in der IT-Branche, um sich modernsten Erkenntnissen und Weiterentwicklungen funktional wie auch technologisch anpassen zu können.

Scrum als methodischer Rahmen (gern als Framework bezeichnet) stellt ein modernes Vorgehen bei der Abwicklung komplexer Projekte dar und fokussiert sich auf den Nutzen für den Geschäftswert. Die hohe Ergebnisorientierung spiegelt sich in vielen Instrumenten innerhalb von Scrum wieder. Einzelne Arbeitspakete, die sonst inhaltlich kaum definiert sind, werden in in sich abgeschlossene und verwertbare Pakete aufgeteilt und bearbeitet. So wird in mehreren Iterationsstufen, sogenannten Sprints, immer wieder neu priorisiert, welche Arbeitspakete am wichtigsten für den Geschäftswert sind. Die Methode versucht darüber hinaus durch das Einhalten von sogenannten „Timeboxen“ – festgelegte Zeitintervalle für bestimmte Aufgaben – die Konzentration auf das Wesentliche einer Aufgabe zu fördern. Daraus resultiert, dass insgesamt frühzeitig Arbeitspakete abgeschlossen werden, die schnellstmöglich einen hohen Wert für ein Projekt versprechen.  

Durch die agil geprägte Denk- und Arbeitsweise in kürzeren, absehbaren Zeitintervallen mit absehbaren Erfolgen sinkt die Unsicherheit der Handelnden und sichert damit den langfristigen Projekterfolg. Natürlich widerspricht dies z.B. völlig einem ganzheitlich aufgestellten Projektplan (in Scrum undenkbar) der klassischen Methoden, in dem ein Projekt von Anfang bis Ende zeitlich und inhaltlich geplant werden muss und ab dem ersten Tag diesem Plan nachhinkt.

In der zweiten Auflage von Ralf Wirdemanns „Scrum mit User Stories“ werden selbst Verfechtern des agilen Projektmanagements die Argumente ausgehen, warum Scrum genau in Ihrem Projekt nicht anwendbar sei. Durch die einfache und praxisorientierte Erläuterung der Grundprinzipien von Scrum, der verschiedenen Rollen und den damit einhergehenden Aufgaben, können die sprachlich und visuell gut aufbereiteten Instrumente wie z. B. „Burn-Down-Charts“ für den Projekterfolg schnell auf das eigene Projekt übertragen und angewendet werden. Das Buch bildet eine sehr gute Basis, um Scrum kennen zu lernen und ist ein gutes Nachschlagewerk für Scrum-Praktiker im Projektalltag.

Scrum trägt dabei Entwicklungen wie selbstbestimmten Handeln von Mitarbeitern und häufig wechselnden Prioritäten im Unternehmensumfeld Rechnung. Doch muss letztlich die Frage zum methodischen Vorgehen im Vorfeld eines Projektes wohlüberlegt getroffen werden.

Ich sehe Scrum als erprobte Alternative im Projektumfeld und empfehle, Scrum als Methode mithilfe des Buches von Ralf Wirdemann kennen zu lernen. Ich hoffe, dass Wissen bald anwenden zu können. Es grüßt eine neugebackener ScrumMaster!

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