Gandhi – eine bebilderte Biographie

Written by Janine Grieß. Posted in Rezensionen

Alexander Magerhans

Autor:
A. Magerhans

„Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgendeinem anderen unrecht tut. Das Leben ist ein unteilbares Gesetz.“ Mahatma Gandhi (1869 – 1948)

In der Gandhi Biographie von Gerald Gold werden die wichtigsten Stationen aus dem Leben Mahatma Gandhis (Mahatma bedeutet große Seele) sehr plastisch nachgezeichnet. Insbesondere durch die zahlreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die immer wieder in den Text eingestreut  sind, kann man sich sehr gut in die damalige Zeit hineinversetzen(Die 125 Fotografien stammen alle aus dem National Gandhi Museum in New Delhi in Indien: www.gandhimuseum.org. Ergänzend werden noch 23 Farbbilder von den Filmaufnahmen präsentiert). Der Leser lernt die Eltern Gandhis kennen und erfährt interessante Anekdoten über seine Schulzeit (Gandhi hat heimlich geraucht, was er aber so beschämend fand, dass er es schnell wieder aufgegeben hat und danach ein strikter Gegner des Rauchens war) und Studienzeit in London. Dort ist er beispielsweise anfangs tagelang „herumgeirrt“, um ein vegetarisches Restaurant zu finden. Obwohl sehr viele Menschen, nicht nur in Indien, einen Heiligen sehen, finde ich es sehr angenehm, dass in dieser Biographie der Mensch und sein Wirken bzw. seine Ideen aber auch seine Zweifel und Sorgen im Mittelpunkt stehen. Gerald Gold hat lange recherchiert und sehr interessante Details zusammengetragen. Glorifiziert wird Mahatma Gandhi in der vorliegenden Biographie jedoch nicht.

Mahatma Gandhi war nicht nur ein politisch sehr scharfsinnig denkender Mensch, er hatte auch Humor und ein ausgesprochen gutes Gespür dafür, wie er die Medien für seine Ideen begeistern bzw. „einsetzen“ konnte. Die Idee mit dem Marsch an den Strand von Dandi, wo er – ganz demonstrativ und selbstverständlich gegen die damalige Rechtsauffassung – einen Salzklumpen aufgehoben hat oder die Idee mit dem Spinnrad. Dies sind nur zwei Beispiele für das breite Spektrum an intelligenten und kreativen Ideen, die er immer wieder hatte und auch gezielt für seine politischen Ideale eingesetzt hat.

Am Ende des Buches finden Sie außerdem noch ein Nachwort von Richard Attenborough. Dort erzählt er von der Entstehung des Films, der insgesamt gut 20 Jahre Vorbereitungszeit bedurfte. Auch dies finde ich eine bemerkenswerte Leistung, die zurecht dazu geführt hat, dass der Film mit vielen Auszeichnungen überhäuft wurde. Besonders interessant ist, dass zu Beginn der Recherche-Arbeiten kaum jemand an den Erfolg dieses Projektes geglaubt hat. Wie man jedoch sieht, kann sich ein starker Wille und ein „zähes“ Durchhaltevermögen durchaus auszahlen.

Mein Fazit:

Obwohl die Entstehung dieser Biographie bereits gut 30 Jahre zurückliegt, lässt sie sich auch heute noch sehr gut lesen und bietet gerade für Leser, die noch nicht so viel über Mahatma Gandhi und die Geschichte des Unabhängigkeitskampfes Indiens wissen, einen sehr guten und schnellen Einstieg.

Es ist einfach faszinierend, so viel über das Leben eines ganz außergewöhnlichen Menschen zu erfahren, für den die Gewaltfreiheit zu einem seiner wichtigsten Prinzipien zählte. Man kann daher Albert Einstein nur zustimmen, wenn er sagt: „Zukünftige Generationen werden kaum glauben können, dass ein Mensch wie Er wirklich auf dieser Erde gewandelt ist!“.

Auch für Wirtschaftsstudenten mit Ambitionen, ein Praktikum oder Trainee in Indien zu absolvieren oder später einmal in Indien zu arbeiten sowie für Geschäftsleute mit Kontakten zu indischen Firmen bietet diese Biographie einen fundierten Grundstock. In den letzten Jahren ist in der Wirtschaftspresse immer verstärkt die Rede von den BRICS-Staaten. Indien steht für das „I“ und ist eine der sich am stärksten entwickelnden Wirtschaftsregionen weltweit. Wer schon über gute Geschäftsbeziehungen in dieser Region verfügt oder diese intensivieren möchte, kann sich durch die vorliegende Biographie einen sehr guten Überblick über das Leben Mahatma Gandhis verschaffen und sehr viel Wissenswertes über die Geschichte Indiens erfahren.

Mein Fazit fällt daher ganz besonders positiv aus. Ich kann das vorliegende Buch wirklich empfehlen und wünsche Ihnen bei Ihrer Entdeckungsreise durch die Geschichte Indiens viel Vergnügen.

Der Autor:

Gerald Gold war seit 1950 Redakteur bei der New York Times. Danach arbeitete er für das Time Magazine. Unter anderem hat er wichtige Beiträge über die Pentagon Papiere, die Watergate Hearings und die White House Transcripts verfasst.

Der Regisseur:

Richard Samual Attenborough wurde am 29. August in Cambridge in England geboren und 1976 von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand (Baron Attenborough) erhoben. Seinen größten filmischen Erfolg (hinter der Kamera) hatte er im Jahre 1982 mit Gandhi.

Der Film:

Falls ich Ihr Interesse für das Leben von Mahatma Gandhi und die Geschichte Indiens geweckt oder verstärkt habe und Sie demnächst einen dreistündigen Filmabend planen, dann bleibt mir eigentlich nur noch, Ihnen die folgende DVD zu empfehlen:

Gandhi-Deluxe-Editions 

Literaturquelle:

Gold, G. (1983): Gandhi. Eine bebilderte Biographie, Stuttgart (270 Seiten).

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